KAPITALANLAGE-SCHIFFSBETEILIGUNG.DE
Glossar     Schiffsbeteiligungen, Schiffsfonds & Seeschifffahrt

Glossar zur Seeschifffahrt und Schiffsbeteiligungen

Unser Glossar enthält eine Auswahl der wichtigsten Fachbegriffe. Falls Sie einen Begriff vermissen, schicken Sie uns bitte eine E-Mail. Wir werden uns bemühen, Ihnen so schnell wie möglich zu antworten. Vielen Dank für Ihr Interesse!


A - H

Ablieferung
Der Zeitpunkt, zu dem die Werft das Schiff an die Reederei übergibt.
Nacharbeiten bei Neubauten werden durch Werftpersonal im Anschluss an die Ablieferung auf See erledigt.

Agio
Aufgeld: Der Geldbetrag, der von einem Kapitalanleger zusätzlich zu der vereinbarten Kapitaleinlage (Nennwert) an die Gesellschaft zu zahlen ist. (Angabe in Prozent)

Anleger (Kommanditist)
Die Beteiligung an einer Kommanditgesellschaft wird durch die Einlage des Anlegers bezahlt. Die Haftung des Anlegers ist auf die Höhe seiner Einlage begrenzt. Durch die Beteiligung wird der Anleger Mitunternehmer der Gesellschaft.

Ausflaggung
Die Eintragung eines Schiffes in das Schiffsregister eines anderen Staates durch die betreuende Reederei, mit dem Ziel Betriebskosten wie Personalkosten und auch Steuern zu reduzieren und nicht den deutschen Bemannungsvorschriften unterworfen zu sein.

Ausrüster
Charterer in der Bareboat-Charter. Rechtlich wird dieser als Reeder gesehen. Er kann das Schiff selbst führen oder es einem Dritten anvertrauen.

Backbord
Die linke Seite des Schiffes in Fahrtrichtung (rotes Positionslicht).

Ballasttanks
Zur Stabilisierung ist jedes Schiff mit Ballasttanks ausgestattet. Je nach Beladung kann damit die gewichtsmäßige Belastung ausgeglichen werden, indem man ihre Befüllung mit Wasser variiert.

Barrel
Raum-Maßeinheit, z.B. für Rohöl. 1 Barrel (Fass) = 159 Liter.

Bareboat-Charter
Hier wird nur der Schiffskörper (bare boat) ohne Besatzung und ohne Ausrüstung vermietet.
Für die Bereederung des Schiffes im Nutzungszeitraum ist der Charterer selbst verantwortlich.

Bauaufsicht
Fachpersonal, das die korrekte und termingerechte Ausführung eines Schiffsbaus überwacht.

Befrachter / Charterer
Der "Mieter" eines Schiffes für eine bestimmte Zeit oder Reise.

Befrachtungs- und Adresskommission
Vergütung für die Vermittlung einer Charter. Die Kommission beläuft sich auf einen bestimmten Prozentsatz der Charterrate.

Beirat
Der Beirat ist ein Gremium aus mehreren Personen, das von der Gesellschafterversammlung gewählt wird. Er berät und kontrolliert die Geschäftsführung einer Kommanditgesellschaft. Durch die Kontroll- und Mitwirkungsrechte des Beirats sollen die Interessen der Anleger bestmöglich vertreten werden.

Beitrittserklärung
Ein Zeichnungsschein, der dem Beteiligungsprospekt als Anlage beigefügt wird. Wenn der Zeichnungsschein vom Anleger und dem Berater komplett ausgefüllt ist und von der Treuhandgesellschaft angenommen wird, dann ist der Beitritt des Anlegers wirksam. Der Anleger erhält dann eine Annahmeerklärung der Treuhandgesellschaft.

Bereederung
Technischer und kaufmännischer Betrieb von Seeschiffen. Der Eigentümer des Schiffes kann die Bereederung einem Dienstleister übertragen. In diesem Fall nennt man den beauftragten Dienstleister Vertragsreeder.

Bereederungsvertrag
Vertrag zwischen der Beteiligungsgesellschaft und dem von ihr beauftragten Reeder (Vertragsreeder). Dieser beinhaltet den Umfang der vom Reeder zu erbringenden Dienstleistungen sowie die vereinbarte Vergütung.

Betriebsergebnis
Das Betriebsergebnis ergibt sich aus dem Saldo von Erträgen und Aufwendungen.

Betriebskosten
Kosten, die während des laufenden Betriebs der Gesellschaft anfallen. Bei Schiffsfonds gehören dazu die Schiffsbetriebskosten (Heuern, Proviant, Versicherungen, Wartung, Reparaturen, …) und die fondstypischen Verwaltungskosten für Steuerberatung, Treuhandschaft, … sowie Bereederungsgebühren, Befrachtungskommission, Kapitalkosten und Gewerbesteuern.

BRZ
Bruttoraumzahl: Die Maßzahl, die den gesamten umbauten Raum eines Schiffes angibt, also auch inklusive aller Versorgungs-, Maschinen und Schiffsführungsräume sowie der Besatzungsquartiere.

Bugstrahlruder
Ein Propeller im Vorderteil (Bug) des Schiffes. Dieser ermöglicht eine Querbewegung oder das Drehen des Schiffes und unterstützt somit erheblich die Manövrierfähigkeit auf engem Raum, z.B. in Häfen oder Zufahrten.

Bulk-Carrier / Bulker
Massengutfrachter

Capesize
Größenbezeichnung für Schiffe, die nicht mehr durch den Suezkanal fahren können und daher das Kap der Guten Hoffnung umrunden müssen.

Cargo
Ladung

Doppelhülle
Bezeichnet zweiwandige Schiffskörper. Die Doppelhülle spielt gerade bei Tankschiffen aufgrund der immer schärfer werdenden Sicherheitsauflagen eine wichtige Rolle. Zuerst wurde sie allerdings aus energietechnischen Gründen eingesetzt, da Rohöl nur in beheiztem Zustand transportiert wird und durch die Doppelhülle die Energieverluste reduziert werden.

Eisklasse
Ein Schiff wird je nach Ausrüstung für den Einsatz in der Ostsee, skandinavischen Gewässern, Kanada und der Arktis eingestuft. Ein Schiff mit höherer Eisklasse zeichnet sich durch eine technisch stärkere Auslegung des Ruders, der Schiffsschrauben und durch geringere Spantenabstände oder stärkere Beplankung im Unterwasserbereich aus. Die höchste deutsche Eisklasse ist E 4. Die höchste finnische Eisklasse ist A 1.

FEU
Fourty-foot Equivalent Unit: Standard-Containermaß mit 12,20 m Länge (40 Fuß) und 2,44 m Breite und 2,59 m Höhe. FEUs sind heute noch vor der kleineren Variante, den TEUs, die meistgenutzte Containerart.

Haftung des Kommanditisten
Die Kommanditisten-Haftung wird in den §§ 171 ff. HGB geregelt: Die Haftung des Kommanditisten für Schulden der Kommanditgesellschaft ist auf das gezeichnete Kommandit-Kapital (Hafteinlage) beschränkt. Für die Verbindlichkeiten der Gesellschaft haftet der Kommanditist wie der Komplementär persönlich und unmittelbar, allerdings nur bis zur Höhe seiner Einlage. Die Haftung entfällt, wenn er seine Einlage in voller Höhe geleistet hat. Die Haftung lebt wieder auf, sofern die Einlage ganz oder teilweise an den Kommanditisten zurückbezahlt wurde (§ 172 (4) HGB).


I - M

IMO
International Maritime Organisation: Eine internationale Organisation der UN mit dem Ziel im nautischen und techischen Bereich international gültige Mindeststandards für die Schifffahrt zu etablieren. Die Organisation wurde 1958 gegründet und hat ihren Sitz in London.

Initiator
Die Person oder (in der Regel) Gesellschaft, die ein Investitionsprojekt wie z.B. einen Schiffsfonds initiiert, also auflegt und anschließend das zur Finanzierung erforderliche Anlagekapital einwirbt.

ISL
Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik: Maritimes Institut in Bremen, das Statistiken und Berichte mit Analysen und Prognosen über die Entwicklungen in allen Märkten der Schifffahrt veröffentlicht.

Klassifikation / Schiffsklassifikation
Eine Kennzeichnung für ein Schiff, die Auskunft über verschiedene Eigenschaften wie z.B. die Ausführung, Konstruktion, verbaute Technik sowie die Sicherheit gibt und somit ein Schiff in eine bestimmte Klasse einordnet.
Die Klassifikation von Schiffen erfolgt durch sprezielle Klassifikationsgesellschaften.

Knoten
Geschwindigkeitsmaß in der Schifffahrt, das in Seemeilen pro Stunde gemessen wird.
Es gilt: 1 Knoten = 1 Seemeile/Stunde = 1,852 km/h

Liquiditätsreserve
Aus Gründen der Vorsicht zur freien Verfügung gehaltenes Kapital, um zu jedem Zeitpunkt &ndash auch bei Entstehung unplanmäßiger Kosten &ndash die Liquidität der Gesellschaft sicherstellen zu können.

Lloyd's Register of British and Foreign Shipping
Eine 1760 gegründete und bis heute bestehende britische Klassifikationsgesellschaft, die heute die älteste Klassifikationsgesellschaft der Welt ist.

Loss-of-hire
Erlösausfall: Hat ein Schiff aufgrund einer Beschädigung einen unplanmäßigen Werftaufenthalt zur Reparatur, ist es in dieser Zeit of hire, also ohne Beschäftigung und somit fallen natürlich Chartererlöse aus.
Gegen dieses in der Schifffahrt bekannte Unternehmensrisiko kann sich die betreibende Gesellschaft versichern. Eine Versicherungsleistung wird dann im Schadensfall in der Regel nach einigen Karenztagen für die verbleibende Zeit des Ausfalls erbracht.

MS
Abkürzung für Motorschiff, die häufig Schiffsnamen vorangestellt ist.

Multipurpose-Carrier (MPC)
Mehrzweckfrachter, die sich durch ihre vielseitige Verwendbarkeit auszeichnen. Diese Schiffe können sowohl Container als auch Massengut und Stückgut transportieren.


N - R

Netto-Charterrate
Die vereinbarte Brutto-Charterrate abzüglich der Vermittlungsvergütungen (Kommissionen) und sonstiger Gebühren.

NOK
Nord-Ostsee-Kanal: Dieser auch Kiel-Kanal genannte knapp 100 Kilometer lange Wasserweg verbindet die Elbmündung mit der Kieler Förde und erspart somit die längere Route um Skagen herum.

NRZ
Nettoraumzahl: Die Maßzahl, die die Summe aus den einzelnen Rauminhalten von Laderäumen bzw. von Passagierräumen eines Schiffes multipliziert mit einem von der Größe des Schiffes abhängigen Faktor k angibt.

Open-Top-Containerschiff
Ein Containerschiff, das nach oben hin offen ist, also keinen Lukendeckel hat.
Auf einem solchen Schiff werden die Container vom Boden über das Deck hinaus in vorgefertigten Führungsschienen (cellguides) übereinander gestapelt.

PANAMAX-Schiffe
Bezeichnung für die größten Schiffe, die den Panamakanal noch durchfahren können.

Partenreederei
Die Partenreederei ist eine sehr alte Beteiligungsform in der Schifffahrt, die in den §§ 489 ff. HGB geregelt ist. Die Eigentümer des Schiffes, denen ein oder mehrere Schiffsparten gehören, sind Mitreeder. Sie sind also persönlich und unbeschränkt haftbar.

Prognoserechnung
Die in den Verkaufsprospekten für Schiffsbeteiligungen und Schiffsfonds enthaltene Rechnung, die den finanziellen Verlauf der Beteiligung unter gewöhnlichen Bedingungen abbilden soll.

Reede
Ein Ankerplatz auf See vor Häfen oder Mündungen von Wasserstraßen für Schiffe die sich in Warteposition befinden.

Reeder
Der kaufmännische und technische Geschäftsführer einer Schiffsgesellschaft.
Der Reeder ist verantwortlich für das Anheuern von Besatzung, die Beschaffung von Betriebsstoffen sowie die Organisation und Koordination von Einsätzen und Wartung der Schiffe und schließlich natürlich für den Abschluss von Charterverträgen.


S - Z

Schiffsregister (Binnenschiffsregister, Seeschiffsregister)
Ist das Grundbuch für Schiffe, welches öffentlichen Glauben besitzt. Es wird vom für den entsprechenden Heimathafen zuständigen Amtsgericht geführt.

Spotmarkt
Der Markt auf dem kurzfristige Charterverträge abgeschlossen werden, für eine bestimmte (kurze) Zeit oder sogar nur für eine einzige Fahrt.
Die Charterraten auf dem Spotmarkt sind häufig höher als bei einer langfristigen Vercharterung, allerdings haben sie dafür auch eine höhere Volatilität, da sie abhängig vom jeweils aktuell freien Tonnageangebot sind. Zudem besteht natürlich die Gefahr, dass das Schiff zwischenzeitlich sogar ganz ohne Beschäftigung in einem Hafen liegt.

Steuerbord
Die rechte Seite des Schiffes in Fahrtrichtung (grünes Positionslicht).

tdw (=dwt)
Tons deadweight (=deadweight tons) (Ladetonnen): Für nicht Containerschiffe wird die maximale Tragfähigkeit in tdw angegeben. Die Angabe erfolgt in metrischen Tonnen und umfasst die gesamte Beladung, also Fracht, Ausrüstung, Treibstoff, Ballast, Proviant sowie Besatzung und ggf. Passagiere.
(Mitunter wird auch noch die Abkürzung dwat für deadweight all told benutzt.)

TEU
Twenty-foot Equivalent Unit: Standard-Containermaß mit 6,10 m Länge (20 Fuß) und 2,44 m Breite und 2,59 m Höhe. Die Stellplatzkapazität eines Containerschiffs wird in TEU angegeben.

Time-Charter
Der Schiffseigner vermietet dem Charterer das Schiff komplett betriebsbereit, also mit Besatzung und Ausrüstung, für einen bestimmten Zeitraum.
Während der Vermietung bleibt der Eigentümer verantwortlich für den technischen Zustand des Schiffes und muss es entsprechend instand halten. Die Bereederung kann er entweder selbst übernehmen oder einem Vertragsreeder übertragen.

Trip-Charter
Die auch Reise-Charter genannte Vermietung des betriebsbereiten Schiffes an den Charterer für eine Reise mit einer Schiffsladung vom Ladehafen bis zum Löschhafen.

ULCC-Tanker
Ultra Large Crude Carrier – Tanker: Diese Tankschiffe gehören aktuell zu den größten Schiffen, die die Weltmeere befahren. Die auch als Supertanker bezeichneten Transporter haben eine Tragfähigkeit von über 320.000 tdw.

VDR
Verband Deutscher Reeder

VLCC-Tanker
Very Large Crude Carrier – Tanker: Diese auch als Supertanker bezeichneten Tankschiffe haben eine Tragfähigkeit von 200.000 - 320.000 tdw.

VSM
Verband für Schiffbau und Meerestechnik

ZDS
Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe

Zwischendeck
Das Zwischendeck ist ein höhenverstellbares und teilweise auch herausnehmbares Deck zur Anpassung des Laderaums an die Fracht. Zwischendecks kommen häufig bei Mehrzweck-Schiffen zum Einsatz.



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