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Flugzeugfonds ohne Steuervorteil

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Bis vor kurzem wurden Flugzeugfonds noch mit Steuersparmodellen bzw. Verlustzuweisungsmodellen gleichgesetzt. Kapitalanleger finanzierten die Flugzeuge über Leasingmodelle und erhielten dafür Verlustzuweisungen in Höhen von bis zu 200 % ihrer Kapitalanlage.

Risiko gab es bei dieser Kapitalanlage eigentlich nicht, da das Finanzamt den Anlegern durch die Steuererstattung nahezu das gesamte Anlagekapital zurückerstattete. Diese goldenen Zeiten der Flugzeugfonds sind vorbei. Verlustzuweisungen die mehr als 10% betragen, dürfen nicht mehr mit anderen Einkunftsarten verrechnet werden. Das Emissionshaus Lloyd Fonds - vor allem für seine Schiffsbeteiligungen bekannt - hat es sich trotzdem zum Ziel gesetzt die tot gesagten Flugzeugfonds wiederzubeleben. Steuern sparen können die Anleger bei dieser Kapitalanlage zwar nicht mehr, jedoch werden aus der Vermietung der Flugzeuge - wie bei den Schiffsfonds - ähnlich wie bei Schiffen - laufende Erträge erzielt.

Der Anbieter Lloyd Fonds ist ein börsennotiertes Emissionshaus, das vor allem mit Kapitalanlagen wie Schiffsfonds und Schiffsbeteiligungen bekannt geworden ist. Das Gesamtanlagevolumen von Lloyd Fonds liebt bei 3,5 Milliarden Euro. 30.000 Kapitalanleger haben in Emissionen von Lloyd Fonds 1,2 Mrd. Euro Eigenkapital gesteckt. Die Leistungsbilanz von Lloyds Fonds ist gut.

Lloyd Fonds bietet als Kapitalanlage eine Flugzeugbeteiligung am Langstreckenflugzeug “Emmeline” an. Der Flieger ist ein Airbus A340-600. Bei dieser Kapitalanlage muss der Anleger jedoch wie bei Schiffsbeteiligungen bereit sein das unternehmerische Risiko mitzutragen.

Das Flugzeug “Emmeline” hat eine Länge von 75,3 m und ist das längste Flugzeug, das in Serie hergestellt wird. 308 Passagiere kann die “Emmeline” transportieren und hat eine Maximalreichweite von 14360 Kilometer. Das Investitionsvolumen für das Langstreckenflugzeug beträgt 103,5 Millionen Dollar.

Das Flugzeug wird an britische Fluggesellschaft Virgin Atlantic Airways verleast. Diese ist die zweitgrößte Fluggesellschaft in Großbritannien und gehört mit 51 Prozent dem Milliardär Richard Branson und zum Rest Singapore Airlines. In den vergangen Jahren flog Virgin Atlantic bis auf den Zeitraum um die Terroranschläge am 11. September 2001 immer Gewinne ein.

Kapitalanleger beteiligen sich an der Kapitalanlage mit 41 Prozent des Gesamtinvestitionsvolumens. Der restliche Teil wird über Banken fremdfinanziert und innerhalb von 12 Jahren komplett getilgt. Die Tilgung und laufende Verpflichtungen wird aus den Leasingraten bezahlt. Virgin Atlantic Airways zahlt für die “Emmeline” über einen Zeitraum von 10 Jahren gut 935.000 Dollar monatlich. Lloyd Fonds geht davon aus, das Virgin eine Verlängerungsoption über weitere achtzehn Monate wahrnimmt. Im Anschluß wird mit einer Leasingrate um die 600.000 Dollar kalkuliert. Die Kapitalanlage wird laut Kalkulation Ausschüttungen in Höhe von 7,75% zu Beginn abwerfen. Die Gewinne aus der Kapitalanlage (abzüglich der Kapitaleinlage) sollen sich nach der geplanten Veräußerung des Fliegers im Jahr 2022 auf 127% vor Steuern belaufen. Der Verkaufserlös im Jahr 2022 ist für die Kalkulation entscheiden. Man hofft auf rund 47 Millionen Dollar. Dabei handelt es sich um einen Mittelwert einer Schätzung des Gutachters AVAC in London. Der Worst Case wird auf 20 Millionen Dollar geschätzt, wobei die Rendite des Flugzeugfonds aufn 78% schrumpfen würde.

Die Leasingerträge werden mit den Abschreibungen des Flugzeugs verrechnet. Die Steuern auf die Erträge halten sich daher im Rahmen. Für einen Anleger mit Spitzensteuersatz würden, wenn die Kalkulation für den Flugzeugfonds zutrifft immer noch 112% Gewinn nach Steuern bleiben.

Die Kosten für Konzept, Vertrieb, Verwaltung und andere weiche Posten belaufen sich mit dem Agio von 5% auf gut 23% des Kommanditkapitals bzw. nahezu 10% der Gesamtinvestition. Luftfahrtexperten sind der Meinung, dass der Luftverkehr bis zum Jahr 2022 mit einem Wachstum von jährlich ca. fünf Prozent zunimmt. Jedoch ist der Luftverkehr sensibel gegenüber äußeren Einflüssen. Man denke an die Terroranschläge vom 11. September 2001. Daher ist eine Beteiligung an der Kapitalanlage Flugzeugfonds nur für Kapitalanleger sinnvoll, die bereit sind unternehmerisches Risiko einzugehen.

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