Reederei-Pleite setzt Emissionshäuser unter Druck
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Durch die Insolvenz einer amerikanischen Reederei sind auch zwei Fondshäuser in Deutschland betroffen. Das Emissionshaus König & Cie. aus der Hansestadt Hamburg und das Unternehmen Salamon aus Dortmund sind gezwungen für ihre Schiffsfonds neue Charterverträge abzuschließen, da Great Western Steamship seine vertraglichen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen kann.
Jedoch sind die Charterraten für Containerschiffe in den letzten Monaten zurückgegangen. Solch einen Fall gab es in der Branche bisher nicht. Es wird deutlich, dass die als bombensicher geltenden Charterverträge doch nicht so unantastbar sind.
Das amerikansiche Unternehmen hatte von den Fonds-Emissionshäusern König & Cie. und Salamon jeweils zwei Containerschiffe einer Kapazität von 2740 TEU für eine Laufzeit von fünf Jahren gechartert. Die Charter sollte beginnen, nachdem die Containerschiffe abgeliefert wurden. Die Schiffe werden von den Aker Werften in Mecklenburg-Vorpommern gebaut. Das erste der vier Containerschiffe soll am 2. Februar getauft weden. Jedoch erklärte die amerikanische Reederei Great Western am Mittwoch den Bankrott.
Die Schiffsfonds von Salamon sind bereits geschlossen worden. König & Cie bot seine Schiffsfonds bis zum Donnerstag an, bevor es den Vertrieb stoppte. Den Schiffsfonds bereits beigetretenen Kapitalanlegern solle womöglich ein Sonderrückrittsrecht eingeräumt werden, hieß es bei König & Cie.
Wenn man den beiden Fonds-Anbietern Glauben schenkt, brauchen sich die Anleger keine Sorgen zu machen. Sie sind sich sicher, dass sie bis zur Ablieferung der Schiffe eine neue Charter für die Schiffsfonds finden. Charterraten für Containerschiffe sind allerdings seit den Höchstständen im Sommer stark zurückgegangen. Die für die betroffenen Schiffsfonds vereinbarte Charterrate von 22500 USD sei aber deutlich vor dem Erreichen der Höchststände festgesetzt worden. Deshalb soll das Erreichen dieser Charter im Moment immer noch realistisch sein.
Bisher wurden abgeschlossene Charterverträge bei Schiffsfonds den Kapitalanlegern immer als Garantie für die Erträge verkauft. Die Charterer sind schließlich an die vertraglichen Vereinbarungen gebunden, auch wenn die Schifffahrtsmärkte sich verändern. Dabei muss dem Anleger aber klar sein, dass bei Zahlungsunfähigkeit der Reederei die Verträge nachverhandelt werden oder gekündigt werden müssen. Das kannte man bis jetzt schon von Mietverträgen bei Immobilienfonds. Im Fall der Insolvenz des Vertragspartners nützen auch gerichtliche Auseinandersetzungen meist wenig. Selbst wenn die Schiffsfonds den Prozess gewinnen, dürfte es für die Anleger bei Zahlungsunfähigkeit wahrscheinlich nichts mehr zu holen geben. Tatsächlich haben die beiden deutschen Emissionshäuser bereits ihre Anwälte beauftragt. Bislang haben sie aber nicht mehr Informationen als die offizielle Pressemitteilung aus Florida.
Die internationalen Reedereien verdienen bei der derzeitigen Schifffahrtskonjunktur und dem hohen Wachstum beim Transportvolumen eigentlich sehr gut. Die Zahlungsunfähigkeit von Great Western sei ein Einzelfall, sagt man in Branchenkreisen. Great-Western transportiert nur für die Supermarktkette Wal-Mart, die nicht für großzügige Bezahlung bekannt ist. Es stellt sich daher die Frage, ob sich deutsche Emissionshäuser auf solche Partnerunternehmen überhaupt einlassen sollten.
Bleibt die Frage, ob sich deutsche Fondshäuser überhaupt auf ein solches Unternehmen als Partner hätten einlassen sollen. König&Cie. verweist im Verkaufsprospekt auf die bekannte Rating-Agentur Dynamar, die Great Western bei kurzfristigen Risiko mit einer 5-6 auf der Skala von 1-10 bewertete. Der Wert ist eher mittelmäßig, ist aber auch auf den fehlenden Informationen zur finanziellen Lage und Bonität Great Western begründet gewesen, da
solche Privatunternehmen keine Pflicht zur Veröffentlichung haben. Die erhältlichen Referenzen über Great Western waren durchgehend positiv.
Schlagwörter: Containerschiffe, Emissionshäuser, Great Western, Insolvenz, Schiffsfonds
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